Die Pilgerfahrt – Weisheiten und Ermahnungen

Diener Gottes, jedes Jahr begeben sich Millionen von Muslimen zur Ka^bah in Makkah, die von weither und über die abgelegensten Bergpässe dieser Welt anreisten, um die Pilgerfahrt auszuführen. Trotz ihrer unterschiedlichen Nationalitäten, Hautfarben und Sprachen begeben sie sich alle zu diesem Ort, da es zwischen einem Reichen und einem Armen, einem Großen und einem Kleinen, einem Araber und einem Nicht-Araber keinen Unterschied gibt, außer in Bezug auf ihre rechtschaffenen Taten. Allâh, der über alles Erhabene, sagt im edlen Qur’ân:

{يَا أيُّها الناسُ إنَّا خَلَقْنَاكُمْ مِنْ ذَكَرٍ وَأُنْثَى وَجَعَلْنَاكُمْ شُعُوبًا وَقَبَائِلَ لِتَعَارَفُوا إِنَّ أكرَمَكُمْ عِنْدَ اللهِ أَتْقَاكُم}

Die Bedeutung lautet:

{Allâh erschuf die Menschen aus Mann und Frau (Âdam und Hawwâ’) und ließ aus ihnen Völker und Stämme werden, damit sie einander kennenlernen. Wahrlich der Geehrteste bei Allâh ist der Rechtschaffenste}.

O ihr Muslime! Die Handlungen der Pilgerfahrt tragen viel Nutzen und großartige Weisheiten. Jedes Jahr versammeln sich hunderttausende Muslime zum Pilgern, die alle bezeugen, dass es keinen Gott außer Allâh gibt und dass Muhammad, ÷ der Gesandte von Allâh ist. Dort beten sie zu Gott und schließen sich zusammen. Dort in diesem heiligen Land erinnert sich der Muslim an seinen muslimischen Bruder und an dessen Rechte. Dort tritt das brüderliche Verhältnis der Muslime noch deutlicher in Erscheinung. Sie haben alle die Kleidung des ´Ihrâm an und sagen:

لبيك اللهم لبيك, لبيك لا شريك لك لبيك, إن الحمد والنعمة لك والملك, لا شريك لك“

„Labbayka l-Lâhumma Labbayk, Labbayka Lâ Scharîka Laka Labbayk, Inna l-Hamda Wa n-Ni^mata Laka Wa l-Mulk, Lâ Scharîka Lak“

Kleine und Große, Reiche und Arme versammeln sich dort und verrichten die Anbetung zu Allâh. Dabei ist die Rechtschaffenheit entscheidend, wer gegenüber einer anderen Person den höheren Rang hat.

Der Gesandte Gottes Muhammad sagte in einem Hadîth:

„لا فَضْلَ لِعَرَبِيٍّ على أعجَمِيٍّ وَلا لأَعْجَمِيٍّ على عَرَبِيٍّ إلاَّ بالتَّقْوَى

Die Bedeutung lautet:

„Es gibt keinen Rangunterschied zwischen einem Araber und einem Nicht-Araber, außer in der Rechtschaffenheit.“

Bei der Pilgerfahrt lernt der Muslim standhaft und geduldig zu sein, da es dabei Mühen und Schwierigkeiten gibt, die er ertragen muss. Dadurch erlangt er hohe Stufen und wird, so Gott will, im Jenseits als Gewinner ins Paradies eintreten, welches Allâh für die Rechtschaffenen vorherbestimmt hat. Die Pilgerhandlungen, die vom Pilger ausgeführt werden, enthalten großartige Weisheiten und Lehren. Wenn der Pilger seine Stimme erhebt und sagt:

لبَّيكَ اللهُمَّ لَبَّيْكَ“

„Labbayka l-Lâhumma Labbayk“

dann erinnern dieser Moment und dieser Ausruf an den Tag des Jüngsten Gerichts. Der Engel Isrâfîl wird in das Horn (Sûr) blasen, worauf die Gräber sich spalten und die Menschen in Scharen aus ihren Gräbern herauskommen.

Allâh, der über alles Erhabene, sagt im edlen Qur’ân:

{يَوْمَئِذٍ يَصْدُرُ النَّاسُ أَشْتَاتًا لِيُرَوْا أَعمالَهُمْ فَمَنْ يَعْمَلْ مِثْقَالَ ذَرَّةٍ خَيْرًا يَرَه، وَمَنْ يَعْمَلْ مِثْقَالَ ذَرَّةٍ شرًّا يَرَه}

Die Bedeutung lautet:

{An jenem Tag werden die Menschen für ihre Werke zur Rechenschaft gezogen. Wer ein gutes Werk im Gewicht einer kleinen Ameise verrichtete, wird es sehen. Und wer ein böses Werk im Gewicht einer kleinen Ameise verrichtet hat, wird es sehen}.

Wer während der Pilgerfahrt zwischen As-Safâ und Al-Marwah geht, erinnert sich an Makkah und an die Standhaftigkeit des Propheten und seiner Gefährten bei der Verkündung des Islam. Das Gehen zwischen As-Safâ und Al-Marwah weist auf ein gesegnetes Ereignis hin, das sich vor langer Zeit an diesem Ort ereignete. An diesem Ort wurde Hâdjar, die Mutter von ´Ismâ^îl, vom Propheten ´Ibrâhîm zurückgelassen. Da sie kein Wasser bei sich hatten, suchte sie an dieser gesegneten Stelle. Auf Gott vertrauend, bewegte sie sich mehrmals zwischen den zwei Hügeln As-Safâ und Al-Marwah hin und her, um für sich und ihren Sohn Wasser zu finden. Allâh, der über alles Erhabene, erfüllte ihr schließlich ihr Bedürfnis und ließ für sie das gesegnete Wasser Zam-Zam aus dem Boden quellen.

Allâh, der über alles Erhabene, sagt im edlen Qur’ân:

{وَمَنْ يَتَّقِ اللهَ يَجْعَلْ لَهُ مَخْرَجًا وَيَرْزُقْهُ مِنْ حَيْثُ لا يَحْتَسِبُ}

Die Bedeutung lautet:

{Wer Gott fürchtet und rechtschaffen ist, dem schafft Gott aus seiner Not einen Ausweg und beschert ihm Gaben, von wo er sie nicht erwartet}.

Was den Aufenthalt auf ^Arafah betrifft, so beinhaltet er für den Gläubigen ebenfalls Lehren. Wenn der Pilger die vielen tausend Menschen auf ^Arafah betrachtet, erinnert er sich an den Tag des Jüngsten Gerichts. Der Pilger sieht das starke Gedrängel der Menschen auf dem Berg ^Arafah und hört ihre lauten Stimmen bei den Bittgebeten zu Gott, dem über alles Erhabenen. In Demut und Furcht hoffen sie auf die Gnade ihres Schöpfers und fürchten seine Bestrafung. Sie verrichten ihre Bittgebete zu ihrem Schöpfer, Der die Menschen mit unterschiedlichen Sprachen und Hautfarben erschuf. All das erinnert den Pilger an den Tag des Jüngsten Gerichts. Beim Werfen der Steinchen an den drei Djamarât werden die Befehle Gottes, des über alles Erhabenen, befolgt und der Pilger gedenkt dem Ereignis, das dem Propheten ´Ibrâhîm an diesen Stellen widerfuhr.

Denn an diesen Stellen erschien der Teufel dem Propheten ´Ibrâhîm, der ihn daraufhin aus Verachtung mit Steinen bewarf. Daraus entnehmen wir den Hinweis, dem Teufel zu widersprechen und ihm nicht zu folgen. Beim Werfen der Steinchen ist es, als ob der Pilger sich sagt:

„Wenn du, verfluchter Teufel, uns erscheinen würdest, wie du dem Propheten ´Ibrâhîm erschienen bist, dann würden wir dich gewiss aus Verachtung mit Steinen bewerfen.“

Diese Stellen sind jedoch nicht die Wohnorte des Teufels, wie es einige Menschen glauben. Diener Gottes! Die Umkreisung der Ka^bah ist ebenfalls eine Form der Anbetung, die zu Gott, dem über alles Erhabenen, verrichtet wird. Schließlich ist Gott Derjenige, Der uns dies befiehlt, wie Er uns im Gebet die Hinwendung zur Ka^bah befiehlt. Die Weisheit darin ist das Aufzeigen der Standhaftigkeit in den guten Taten, als ob der Umkreisende sich sagt:

„O Allâh, wohin auch immer ich mich drehe und wende und wo auch immer ich bin, verharre ich in der Anbetung zu Dir.“

In Demut bitten wir Allâh, uns in diesem Jahr die Pilgerfahrt zu bescheren und uns zu den Besuchern unseres geliebten Propheten Muhammad  werden zu lassen. Gewiss, Gott ist der Allmächtige und der Allwissende.

Dieses dazu und Allâh weiß es am besten.

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