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Gnade und gnädig sein

Allâh, Der Erhabene, lässt Seine Gnade auf denen, die Er will, aus Gnade von Ihm zukommen und Er bestraft, denjenigen, den Er  will, in Seiner erhabenen Gerechtigkeit. So erbarmt euch gegenseitig und seid gnädig zu einander.

Al-Bukhâriyy überliefert, das der Prophet Muhammad sagte:

„مَنْ لا يَرْحَمُ لا يُرْحَمُ“

Die Bedeutung lautet:

„Wer nicht gnädig ist, erfährt keine Gnade.“

Diese Aussage erwähnte Al-Bukhâriyy in seinem Werk Al-Adab, Kapitel “Die Gnade der Menschen gegenüber den Tieren.“

Zu der Gnade und dem Gnädigsein gehört  das gute Behandeln der Eltern. Die Eltern gut zu behandeln ist eine großartige Tat, die Allâh liebt.

Lieber Muslim, zu den Gaben, die manche erst schätzten, wenn sie sie vermissen, gehören die frommen Eltern.

Der hochgeachtete Hadîth-Gelehrte und fromme Asket Abû ^Abdu r-Rahmân, ^Abdu l-Lâh Ibn Muhammad, Al-^Abdâriyy, möge Allâh ihm gnädig sein und ihm Firdaws Al-A^lâ zukommen lassen sagte:

„Gehorche deinen Eltern, auch wenn du dadurch in das Meer des Verhassten sinken würdest.“

Solange sie dich nicht zum Verbotenen auffordern, gehorche ihnen. Auch nach ihrem Tod kannst du sie gut behandeln! Wie?! Und zwar durch das Bittgebet für sie, durch das Bitten um Vergebung für sie und durch das Spenden für ihre Seelen und durch das Besuchen ihrer Gräber und dem Rezitieren des edlen Qur’ân für ihre Seelen.

Zu dem Gnädigsein gehört, den Kontakt zu den Verwandten aufrecht zu erhalten. Und sage nicht:

„Ich besuche nur die, die mich auch besuchen.“, sondern besuche diejenigen, die dich besuchen und diejenigen, die zu dir den Kontakt abgebrochen haben. Sei gut zu dem, der zu dir gut ist und zu  dem, der schlecht zu dir war.

Zu dem Gnädigsein gehört das, wozu der Prophet seine Gemeinschaft aufgefordert hat.

Der Prophet sagte:

„ليسَ (أي لَيْسَ مِنْ أخلاقِنَا) من لا يَرْحَمُ صغيرَنا وَيُوِقِّرُ كبيرَنا“

Die Bedeutung lautet:

„Es gehört nicht zu unseren Eigenschaften, den Kleinen gegenüber nicht gnädig zu sein und den Ältern nicht zu respektieren.“

Wenn ihr zu denen, die sich auf der Erde befinden, gnädig seid, so sind die Engel, welche die Bewohner der Himmel sind, zu euch gnädig.

Der Gesandte Gottes  legte uns ans Herz und sagte:

„الرَّاحِمُونَ يَرْحَمُهُمُ الرحيمُ ارحَمُوا أهلَ الأرضِ يَرْحَمْكُمْ أَهْلُ السَّماءِ“.

Die Bedeutung lautet:

„Diejenigen, die zu anderen gnädig sind, erfahren von Gott, Dem Gnädigem, Gnade. Seid gnädig zu denen, die sich auf der Erde befinden, so werden die Engel zu euch gnädig sein.“

Diese Aussage wurde von At-Tirmidhiyy überliefert.

In einer anderen Überlieferung, welche von Al-Hâfidh Al-^Irâqiyy, in seinem Werk Amâliyyah erwähnt wurde, sagte der Prophet Muhammad  sinngemäß:

Diejenigen, die zu anderen gnädig sind, erfahren von Gott, Dem Gnädigem, Gnade. Seid gnädig zu den Bewohnern der Erde, so werden die Bewohner der Himmel zu euch gnädig sein.“

Man darf Gott nicht als Bewohner der Himmel bezeichnen, weil Allâh erhaben ist über alle Richtungen. Er bewohnt nicht die untere Richtung, nicht die obere Richtung, nicht die vordere Richtung, nicht die hintere Richtung, nicht die rechte Richtung und nicht die linke Richtung. Denn Allâh existiert ohne Ort.

Gnädigsein bedeutet nicht nur, dem Hungrigen Essen zu geben oder jemanden zu bekleiden oder Hilfsbedürftigen zu helfen oder die Nächte wach zu bleiben, wenn meine Kinder krank sind oder meiner Familie und denjenigen, die auf meine Hilfe angewiesen sind, das Essen, das Trinken und ein Wohnort zu beschaffen, sondern Gnädigsein bedeutet auch, sie zum Guten zu führen, indem ich ihnen das Pflichtwissen der islamischen Religion lehre, welches für sie die Rettung vor dem Höllenfeuer im Jenseits, so Gott will, sein wird.

Liebe Muslime, wenn ihr zu den Bewohnern der Erde gnädig seid, so werden die Bewohner der Himmel zu euch gnädig sein, d.h. Gott befiehlt den Engeln, für die Gläubigen um Vergebung zu bitten und ihnen den Regen zu bringen und ihnen zu Hilfe zum Guten beizustehen und sie zu beschützen, und zwar gemäß dem, was Allâh, Der über alle Unvollkommenheiten Erhabene, befohlen hat.

Geschätzte Geschwister, Gott, Der über alles Erhabene, bezeichnete den heiligen Qur’ân als Gnade und Er  nannte unseren Propheten Muhammad  Gnade.

Zum Gnädigsein gehört auch, dass du zum Guten aufforderst und das Schlechte verwirfst. Denn mit diesem bist du gnädig zu dieser Gemeinschaft, und es bedeutet nicht, dass du dadurch die Reihen der Muslime aufspaltest, denn das grundlose Nichtgebieten des Guten und das Nichtverwerfen des Schlechten ist eine Sünde.

Zum Gnädigsein gehört auch, dich deines Nachbars zu erbarmen.

Al-Bukhâriyy überliefert über ^Â’ischah, dass der Gesandte Gottes, Muhammad  sagte:

„ما زَالَ جِبْريلُ يُوصِينِي بِالجارِ حَتَّى ظَنَنْتُ أنهُ سَيُوَرِّثُه“

Die Bedeutung lautet:

Djibrîl hat mir ans Herz gelegt, den Nachbarn gut zu behandeln.“

Und zum Schluss sage das Bittgebet eines Propheten, dass im Qur’ân erwähnt wird:

Allâh, Der Erhabene, sagt in der Sûratu l-A^râf, Âyah 151:

{قالَ رَبِّ اغْفِرْ لِي وَلأَخِي وَأَدْخِلْنا فِي رَحْمَتِكَ وَأَنْتَ أَرْحَمُ الرَّاحِمِين}

Die Bedeutung lautet:

{Er sagte: O Herr, sei mir und meinem Bruder gnädig und lass uns deine Gnade zukommen und Du bist der Gnädige der Erbarmer}.

O Gott, lass Deine Gnade auf uns herabkommen  und wir bitten Dich, dass Du unsere guten Taten und Spenden akzeptierst.

Dieses dazu und Allâh weiß es am besten.

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