Archiv für den Monat Oktober 2011

Die Erläuterung der Âyah 2 und 3 der Sûratu t-Talâq

 

 

 

 

 

 

 

Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit.

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah at-Talâq, Âyah 2 und 3:

﴿وَمَن يَتَّقِ اللَّهَ يَجْعَل لَّهُ مَخْرَجًا وَيَرْزُقْهُ مِنْ حَيْثُ لا يَحْتَسِبُ وَمَن يَتَوَكَّلْ عَلَى اللَّهِ فَهُوَ حَسْبُهُ إِنَّ اللَّهَ بَالِغُ أَمْرِهِ قَدْ جَعَلَ اللَّهُ لِكُلِّ شَىءٍ قَدْرًا﴾

Die Bedeutung lautet:

{Und derjenige, der Gottesfürchtig ist, dem beschert Allâh einen Ausweg aus seiner Angelegenheit und beschert ihm aus Quellen, mit denen er nicht rechnet; und wer auf Gott vertraut, dem genügt Er; wahrlich, es geschieht nur das, was Allâh will, Allâh hat alles vorherbestimmt}.

Brüder im Islam, Ahmad überlieferte in seinem „Musnad“ und al-Hâkim überlieferte in seinem Werk „al-Mustadrak“ über Abû Dharr, dass er sagte: „Der Gesandte Gottes rezitierte vor mir die Âyah {وَمَن يَتَّقِ اللَّهَ يَجْعَل لَّهُ مَخْرَجًا} bis er die Âyah beendete und daraufhin sagte:

„يَا أَبَا ذَرٍّ لَوْ أَنَّ النَّاسَ كُلَّهُمْ أَخَذُوا بِهَا لَكَفَتْهُم“

Die Bedeutung lautet: „O Abû Dharr, wenn alle Menschen nach dieser Âyah handeln würden, dann würde sie ihnen genügen, um ihre Ziele auf der Welt und im Jenseits zu erreichen“.

Darauf rezitierte der Gesandte ﷺ diese Âyah erneut und wiederholte sie.“

Die Gottesfurcht bedeutet, alle Pflichten zu verrichten und alle Sünden zu unterlassen. Der Gefährte Ibn ^Abbâs sagte: „Wer Gottesfürchtig ist, Allâh rettet ihn auf der Welt und im Jenseits.“

Die Gottesfurcht ist somit ein Grund für die Auflösung des Kummers auf der Welt und im Jenseits und ein Grund für die Versorgung und das Erreichen eines höheren Ranges. Die Sünden aber sind ein Grund für die Verwehrung auf der Welt und im Jenseits, denn der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

„إِنَّ الرَّجُلَ لَيُحْرَمُ الرِّزْقَ بِالذَّنْبِ يُصِيبُهُ“

Die Bedeutung lautet: „Der Person wird die Versorgung, aufgrund ihrer begangenen Sünden, verwehrt“.

Einige Gelehrte sagten, dass der Person dadurch weltliche Versorgung verwehrt wird, wie die Gesundheit des Körpers, das Vermögen oder dass der Segen in seinem Vermögen ausbleibt oder dass die Feinde des Menschen seinen Besitz ergreifen. Es kann auch geschehen, dass die Person sündigt und dies dazu führt, dass ihr Wert in den Herzen anderer sinkt oder dass die Person das Wissen vergisst. Sogar sagte jemand: „Ich erkenne, wozu meine Sünden mich führten, am schlechten Verhalten meines Esels.“ Ein anderer sagte: „Ich erkenne es an der Veränderung der Situation und der Entfernung der Brüder von mir.“

Bruder im Islam, unterlasse keine Pflicht, welche auch immer sie ist, und begehe keine Sünde, gleich, ob sie klein oder groß sein sollte. Fürchte darin nicht die Veränderung deiner Situation, sondern verlasse dich auf Allâh, denn es ist so, wie Allâhu Ta^âlâ sagt:

{وَمَن يَتَوَكَّلْ عَلَى اللَّهِ فَهُوَ حَسْبُهُ}

Die Bedeutung lautet: {Und wer auf Gott vertraut, dem genügt Er}.

Liebe Brüder, das Vertrauen auf Gott bedeutet das Verlassen mit dem Herzen auf Gott, dem Einzigen, weil Er – der Erhabene – der Schöpfer von allem ist, der Schöpfer des Nützlichen und des Schädlichen und von allen anderen Geschöpfen. Dies bedeutet, dass nichts und niemand außer Allâh den Schaden und den Nutzen erschafft. Wenn der Diener Gottes dieses glaubt und sich im Herzen stets daran erinnert, dann verlässt er sich auf Allâh in der Versorgung und dem Schutz vor dem Schaden und unterlässt das Begehen von Sünden und insbesondere in schwierigen Situationen. Der Imâm Ahmad und andere überlieferten, dass ^Umar Ibn al-Khattâb sagte: „Ich hörte den Gesandten Gottes sagen: Wenn ihr auf Allâh vollkommen vertraut, dann versorgt Er euch, wie Er den Vogel versorgt. Dieser fliegt zu Tagesanfang fort, während er keine Nahrung im Magen hat, und kehrt mit gefülltem Magen zum Nest zurück.“

Liebe Brüder, das Vertrauen auf Allâh widerspricht nicht dem Handeln entsprechend den Gründen, denn im Sahîh Ibn Hibbân wurde überliefert, dass ein Mann den Propheten ﷺ fragte: Soll ich mein Kamel nicht angebunden lassen und auf Allâh vertrauen? Der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

„اعقِلْهَا (أَىِ ارْبِطْهَا) وَتَوَكَّلْ“

Die Bedeutung lautet: „Binde es an und vertraue auf Allâh“.

Der Imâm al-Bayhaqiyy überlieferte im Buch „Schu^ub al-´Îmân“ über den großen Sûfiyy al-Djunayd al-Baghdâdiyy, dass dieser sagte: „Das Vertrauen auf Allâh bedeutet nicht den Erwerb und auch nicht das Unterlassen des Erwerbs; das Vertrauen auf Allâh geschieht im Herzen.“

Im Allgemeinen bedeutet das Vertrauen auf Allâh, die Ergebenheit zu Allâh und das Vertrauen auf Ihn, mit dem Handeln entsprechend den Gründen. Imâm al-Bayhaqiyy überlieferte in seinem Werk „Schu^ub al-´Îmân“, dass einige sagten: „Erwerbe äußerlich (mit deinem Körper) und vertraue auf Allâh innerlich (mit deinem Herzen), denn der Diener, der erwirbt, verlässt sich nicht auf seinen Erwerb, sondern auf Allâh, den Erhabenen.“

Allâh, der Erhabene, sagt im edlen Qur’ân in der Sûrah at-Talâq, Âyah 3:

{وَمَن يَتَوَكَّلْ عَلَى اللَّهِ فَهُوَ حَسْبُهُ إِنَّ اللَّهَ بَالِغُ أَمْرِهِ قَدْ جَعَلَ اللَّهُ لِكُلِّ شَىءٍ قَدْرًا}

Der Teil der Âyah {إِنَّ اللَّهَ بَالِغُ أَمْرِهِ} bedeutet: {Wahrlich, es geschieht nur das, was Gott will}. Und der Teil der Âyah {قَدْ جَعَلَ اللَّهُ لِكُلِّ شَىْءٍ قَدْرًا} bedeutet: {Allâh hat alles vorherbestimmt}. Allâh hat den Geschöpfen Fristen bestimmt, die sie erreichen werden. Diese Fristen werden weder vorverlegt noch hinausgeschoben. Sowohl der Tote, der ermordet wurde, als auch der Tote, der durch einen Unfall starb, und auch der Tote, der in seinem Bett starb, sind entsprechend der Frist gestorben, die Gott ihnen bestimmte. Es gibt keinen, der vor der Frist, die Gott ihm bestimmte, sterben würde.

Allâh, der Erhabene, sagt in der Sûrah al-‘A^râf, Âyah 34:

{فَإِذَا جَاءَ أَجَلُهُمْ لاَ يَسْتَأْخِرُونَ سَاعَةً وَلاَ يَسْتَقْدِمُونَ}

Die Bedeutung lautet: {Und wenn ihre Zeit gekommen ist, dann können sie sie weder um eine Stunde hinauszögern noch können sie sie vorziehen}.

Allâh, der Erhabene, sagt in der Sûrah al-Hadîd, Âyah 22:

{مَا أَصَابَ مِن مُّصِيبَةٍ فِي الأَرْضِ وَلا فِي أَنفُسِكُمْ إِلاَّ فِي كِتَابٍ مِّن قَبْلِ أَن نَّبْرَأَهَا}

Die Bedeutung lautet: {Es geschieht keine Beschwerlichkeit auf Erden oder an euch, die nicht in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor sie in die Existenz gebracht wurde}.

Allâh, der Erhabene, sagt im edlen Qur’ân in der Sûrah an-Nisâ‘, Âyah 78:

{أَيْنَمَا تَكُونُواْ يُدْرِككُّمُ الْمَوْتُ وَلَوْ كُنتُمْ فِي بُرُوجٍ مُّشَيَّدَةٍ}

Die Bedeutung lautet: {Wo auch immer ihr euch befinden werdet, der Tod wird euch erreichen, auch wenn ihr euch in hohen Türmen befinden solltet}.

Der Imâm Ahmad überliefert in seinem Buch „al-Musnad“, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

„إِنَّ النُّطْفَةَ تَكُونُ فِي الرَّحِمِ أَرْبَعِينَ يَوْمًا عَلَى حَالِهَا لا تَغَيَّرُ فَإِذَا مَضَتِ الأرْبَعُونَ صَارَتْ عَلَقَةً ثُمَّ مُضْغَةً كَذَلِكَ ثُمَّ عِظَامًا كَذَلِكَ فَإِذَا أَرَادَ اللهُ أَنْ يُسَوِّيَ خَلْقَهُ بَعَثَ إِلَيْهَا مَلَكًا فَيَقُولُ الْمَلَكُ الَّذي يَلِيهِ أَيْ رَبِّ أَذَكَرٌ أَمْ أُنْثَى أَشَقِيٌّ أَمْ سَعِيدٌ أَقَصِيرٌ أَمْ طَوِيلٌ أَنَاقِصٌ أَمْ زَائِدٌ قُوتُهُ وَأَجَلُهُ أَصَحِيحٌ أَمْ سَقِيمٌ قَالَ فَيَكْتُبُ ذَلكَ كُلَّهُ

Die Bedeutung lautet: Gewiss, die Samenflüssigkeit bleibt für 40 Tage in der Gebärmutter der Frau in der Form einer Nutfah unverändert und dann, wenn die vierzig Tage verstrichen sind, wird es (für weitere 40 Tage) zum ^Alaqah (Blutklumpen) und dann, nach ebenso langer Zeit, zur Mudghah (Fleischklumpen) und nach weiteren 40 Tagen bekommt es Knochen.

Und wenn Allâh diesem eine Form bestimmte, dann sendet Er diesem einen Engel, der dann bei diesem sagt: O Gott, ist es männlich oder weiblich? Ist es glückselig oder unglückselig? Ist seine Versorgung gering oder viel, ist sein Leben kurz oder lang und ist er gesund oder krank? Der Prophet ﷺ sagte weiter sinngemäß: Somit wird all dies niedergeschrieben.

Daraufhin sagte ein Mann: „Warum dann die Verrichtung der Taten, obwohl dies alles vorherbestimmt wurde?“

Der Gesandte Gottes sagte:

اعْمَلُوا فَكُلٌّ سَيُوَجَّهُ لِمَا خُلِقَ لَهُ“

Die Bedeutung lautet: „Verrichtet die Taten, denn jeder wird zu dem geleitet, wozu er erschaffen wurde“.

Das Ende und der Ausgang sind uns verborgen und unsere Taten sind Zeichen, die den Zustand der Person aufzeigen. Doch das Ende ist uns verborgen. So bemühe dich, o mein Bruder, und strenge dich in der Verrichtung der guten Taten an und vertraue dabei auf Allâh, den Erhabenen. Vernachlässige nicht das Bemühen! Wenn du somit Gutes an dir erkennst, dann danke Allâh dafür. Bleibe in der Verrichtung des Guten standhaft und vermehre es. Und wenn du anderes an dir erkennst, so fürchte Allâh und sei rechtschaffen. Bessere deinen Zustand, bevor es zu spät ist und bevor die Reue dir nicht mehr nutzen wird.

Wir bitten Allâh, uns unsere Zustände zu bessern, uns eine gutes Ende zu bescheren und uns im Jenseits zu den Gewinnern gehören zu lassen.

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Die Talbiyatu l-Hadj

Das Errichten der Ka^bah und die Pflicht der Pilgerfahrt

Allâh, der Erhabene, sagt in der Sûratu l-Hadjdj, Âyah 27:

  وَأَذِّن فِي النَّاسِ بِالْحَجِّ يَأْتُوكَ رِجَالاً وَعَلَى كُلِّ ضَامِرٍ يَأْتِينَ مِن كُلِّ فَجٍّ عَمِيقٍ 

In dieser Âyah wird berichtet, dass Gott Seinem Propheten Ibrâhîm befahl, die Menschen zur Pilgerfahrt aufzurufen und offenbarte ihm, dass die Menschen zu Fuß und reitend zur Ka^bah pilgern werden.

Und wisset, möge Gott euch gnädig sein, dass die edle Ka^bah das erste Haus ist, dass für die Menschen auf der Erde erbaut wurde. Sie wurde vom Propheten Âdam, möge Allâh ihm einen höheren Rang geben, erbaut. Es wurde auch gesagt, dass die Engel sie bereits vor ihm erbaut hatten. Durch die Sintflut wurde die Ka^bah zerstört und in der Zeit des Propheten Ibrâhîm ließ Allâh ihn den Platz der Ka^bah wissen, um sie wieder zu errichten.

Der Prophet Ibrâhîm wanderte mit seinem Sohn Ismâ^îl und dessen Mutter Hâdjar nach Makkah aus, wobei Ismâ^îl noch ein Säugling war. Er brachte sie zu einem Ort in der Nähe des Platzes der Ka^bah und der Nähe der künftigen Austrittsstelle des Zamzam-Wassers. Zu jener Zeit gab es in Makkah weder Bewohner noch Wasser. Er ließ sie dort mit einem Beutel gefüllt mit Datteln und einen Behälter mit Wasser zurück.

Als der Prophet Ibrâhîm aufbrach, eilte die Mutter von Ismâ^îl zu ihm und sagte sinngemäß: „O Ibrâhîm, wo gehst du hin und lässt uns hier in diesem Tal zurück, wo es weder Menschen noch etwas anderes gibt?“ Daraufhin fragte sie ihn: „Hat Gott dir dies befohlen?“ Er erwiderte sinngemäß: „Ja!“ Dann sagte sie zu ihm mit großem Vertrauen und Zuversicht: „Wenn das so ist, dann wird uns Gott beschützen.“ Und sie kehrte zurück.

Der Prophet Ibrâhîm, ^alayhi s-Salâm, befolgte den Befehl Gottes und als er sich von seinem geliebten Sohn und dessen Mutter so weit entfernte, dass sie ihn nicht mehr sahen, wandte er sich der Ka^bah zu und machte ein Bittgebet und sagte, so wie in der Âyah 37 der Sûratu Ibrâhîm berichtet wurde:

  ﴿ رَبَّنا إِنِّي أَسْكَنْتُ مِنْ ذُرِّيَّتِي بِوادٍ غَيرِ ذِي زَرْعٍ عندَ بَيْتِكَ الْمُحَرَّمِ رَبَّنَا لِيُقِيمُوا الصَّلاةَ فَاجْعَلْ أَفْئِدَةً مِنَ النَّاسِ تَهْوِي إلَيْهِمْ وَارْزُقْهُمْ مِنَ الثَّمَرَاتِ لَعَلَّهُمْ يَشْكُرون ﴾

Die Bedeutung lautet:

{O unser Gott, ich habe einige aus meiner Nachkommenschaft in einem Tal ohne Pflanzungen bei Deinem heiligen Haus wohnen lassen, o unser Gott, damit sie das Gebet verrichten. So lasse die Herzen einiger Menschen sich ihnen zuneigen und beschere ihnen Früchte, damit sie dankbar sein mögen}.

Hâdjar ließ sich mit ihrem Sohn an jenem Ort, an dem der Prophet Ibrâhîm sie zurück ließ, nieder. Sie stillte ihren Sohn Ismâ^îl und trank von dem Wasser, das ihr der Prophet Ibrâhîm dagelassen hatte, bis kein Wasser mehr vorhanden war. Sie und ihr Sohn bekamen Durst und als sie ihren Sohn sah, wie er sich krümmte, machte sie sich sodann auf die Suche nach Wasser, weil sie es nicht ertragen konnte, ihren Sohn in diesem Zustand zu sehen. Sie suchte für ihn nach Wasser und fand den Berg asSafâ, der ihr am nächsten war. Sie stieg auf ihn und schaute in Richtung Tal, um vielleicht jemanden sehen zu können. Aber sie sah niemanden. Danach stieg sie ins Tal hinunter, hob dort ihr Kleid und begann mit Fleiß zu laufen, bis sie das Tal durchquerte und den Berg al-Marwah erreichte. Sie stieg auf diesen Berg und schaute sich um, aber auch hier konnte sie niemanden sehen. Sie lief zwischen dem Berg asSafâ und dem Berg al-Marwah insgesamt sieben Mal. Als sie dann wieder den Berg al-Marwah erreichte, hörte sie eine Stimme.

Daraufhin sagte Hâdjar: „Hilf uns, wenn du kannst.“ Dann sah sie den Engel Djibrîl, der mit seinem Fuß auf die Erde stampfte, sodass das edle Wasser zum Vorschein kam. Die Mutter von Ismâ^îl versuchte, das Wasser einzuengen und schöpfte davon in ihren Wasserbehälter und danach sprudelte das Wasser weiter.

Der Gefährte Ibn ^Abbâs überlieferte, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

„يَرْحَمُ اللَّهُ أُمَّ إِسْمَاعِيلَ لَوْ تَرَكَتْ زَمْزَمَ لَكَانَتْ زَمْزَمُ عَيْنًا مَعِينًا“

Die Bedeutung lautet:

„Möge Allâh der Mutter von Ismâ^îl gnädig sein, hätte sie das Zamzam-Wasser nicht eingeengt, dann würde dieses Wasser sichtbar auf der Erdoberfläche fließen“.

Der Engel Djibrîl sagte zu ihr, dass sie sich keine Sorgen machen sollte, denn hier wird Allâh eine Moschee errichten lassen, die dieses Kind und dessen Vater erbauen werden, d.h. Ismâ^îl und Ibrâhîm. So verweilte Hâdjar, bis eine Gruppe aus Djurhum nach Makkah anreiste und sich am Rande von Makkah niederließ. Sie sahen einen Vogel, der über dem Wasser kreiste und sagten dann: „Bestimmt kreist dieser Vogel über Wasser und bestimmt gibt es in diesem Tal Wasser.“ Sie schickten sogleich einen von ihnen zum Nachschauen. Dieser kam zurück und berichtete ihnen über das Wasservorkommen. Sie begaben sich dann zum Wasser und fragten die Mutter von Ismâ^îl, die dort war: „Erlaubst du, dass wir uns hier bei dir niederlassen?“ Sie sagte: „Ja!Ismâ^îl wuchs auf und lernte von ihnen die arabische Sprache und später verheirateten sie ihn mit einer ihrer Frauen. Dann kam Prophet Ibrâhîm zurück, als Ismâ^îl in der Nähe von Zamzam war. Als er seinen Vater sah, stellte er sich hin und sie begrüßten sich, so wie es Vater und Sohn machen, d.h. mit Handschlag, Umarmung, Handkuss u. Ä.

Prophet Ibrâhîm sagte sinngemäß:

O Ismâ^îl, Allâh befahl mir etwas. Ismâ^îl sagte: Dann tue, was Gott dir befahl. Ibrâhîm fragte sinngemäß: Und wirst du mir helfen? Ismâ^îl antwortete: Ich werde dir helfen. Ibrâhîm sagte sinngemäß: Allâh befahl mir, hier ein Haus zu errichten.“

So fingen sie an, die Ka^bah zu errichten. Ismâ^îl brachte die Steine und Ibrâhîm baute, bis die Mauern hoch waren, dann stellte sich der Prophet Ibrâhîm auf den besonderen Stein, der als Maqâm Ibrâhîm bekannt ist. Ismâ^îl gab ihm weiterhin Steine und er baute weiter, während die beiden sagten:

رَبَّنَا تَقَبَّلْ مِنَّا إِنَّكَ أَنْتَ السَّمِيعُ الْعَلِيمُ

Die Bedeutung lautet:

O Allâh, akzeptiere unsere Tat, wahrlich du bist der Allhörende und der Allwissende“.

Als sie die Stelle erreichten, wo der schwarze Stein heutzutage zu sehen ist, bauten sie ihn dort ein. Anschließend stellten sie den Stein „Maqâm Ibrâhîm“ neben der Ka^bah auf. Auf diesem Stein sind die Fußspuren des Propheten Ibrâhîm erkennbar und dieser befindet sich noch bis heute in der Moschee. Als Ibrâhîm den Bau der Ka^bah beendet hatte, kam der Engel Djibrîl und zeigte ihm die Handlungen der Pilgerfahrt. Anschließend stellte sich der Prophet Ibrâhîm auf den Maqâm Ibrâhîm und sagte:

يا أَيُّها الناسُ كُتِبَ عليكِمُ الحجُّ

Die Bedeutung lautet:

O ihr Menschen, euch wurde die Pilgerfahrt auferlegt“.

Allâh ließ alle und die künftigen Menschen dieses hören und alle Gläubigen, für die Allâh vorherbestimmte, dass sie pilgern, antworteten:

لَبَّيْكَ اللهُمَّ لَبَّيْك

Umschrift: „Labbayka l-Lâhumma Labbayk“

Die Bedeutung lautet: „Ich bin Dir gehorsam, O Allâh, ich bin Dir gehorsam“.

In einer anderen Überlieferung wurde gesagt: Als Ibrâhîm den Bau der Ka^bah beendet hatte, wurde zu ihm sinngemäß gesagt: „Rufe die Menschen zur Pilgerfahrt auf!“ Er sagte dann: „O Gott, wie könnte man meinen Ruf hören?“ Allâhu Ta^âlâ offenbarte ihm dann, wovon die Bedeutung lautet: „Ruf du aus und Ich werde sie es hören lassen.“ Das Sprechen Gottes ist nicht wie unser Sprechen, es ist ohne Stimme, ohne Laute und keine Sprache. Prophet Ibrâhîm rief dann, wovon die Bedeutung ist: „O ihr Menschen, euch wurde auferlegt, zur Ka^bah zu pilgern.“ Dann hörten ihn die Himmel- und Erdenbewohner. Seht ihr nicht, dass die Menschen von den entferntesten Orten der Erde pilgern und dabei sagen „Labbayka l-Lâhumma Labbayk“? Denn seit damals bis hin zum Tag des Jüngsten Gerichts pilgern die Menschen, die den Propheten Ibrâhîm damals hörten und ihm antworteten.
Brüder im Islam, der schwarze Stein und der Maqam Ibrâhîm sind Edelsteine aus dem Paradies, denn der Gesandte Gottes ﷺ sagte sinngemäß:

Der schwarze Stein und der Maqâm Ibrâhîm sind zwei Edelsteine aus dem Paradies, Allâh ließ ihr Licht erlöschen und wenn es nicht so wäre, würden sie das, was sich zwischen Ost und West befindet, erhellen“.

Dieser Hadîth wurde von Imâm Ahmad und at-Tirmidhiyy überliefert und von Ibn Hibbân als stark (Sahîh) eingestuft. Weiterhin überlieferte at-Tirmidhiyy, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

نَزَلَ الحجَرُ الأَسْوَدُ مِنَ الجنَّةِ وَهُوَ أَشَدُّ بَياضًا مِنَ اللبَنِ، فسَوَّدَتْهُ خَطَايَا بنِي آدَمَ

Die Bedeutung lautet:

Der schwarze Stein kam vom Paradies herab und war weißer als Milch, jedoch schwärzten ihn die Sünden der Menschen“.

Das beste, was man sagen kann

Imâm Mâlik und Imâm At-tirmidhiyy überlieferten, dass der Gesandte Gottes Muhammad, , sagte:

أفْضَلُ مَا قُلْتُ أَنَا وَ النَّبِيُّونَ مِنْ قَبْلي لا إِلَهَ إِلا اللَّهُ

[Afdalu Mâ Qultu `Anâ wa n-Nabiyyûna min Qablî lâ ilâha illa l-Lâh]

Die Bedeutung lautet:

Das Beste, was ich und die Propheten vor mir sagten, ist: Es gibt keinen Gott außer Allâh„.

Allâh sandte die Propheten und die Gesandten mit dem Glauben an die Einzigkeit Gottes (Tawhîd), und mit der wahren Religion, dem Islâm. Der islâm ist die Religion, die Allâh uns befahl, zu befolgen. Der Islâm ist die Religion aller Propheten und alle Propheten haben einzig und allein Allâh angebetet. Alle Propheten, von Âdam, dem ersten, bis zu Muhammad, , dem letzten und besten Propheten, haben niemals in ihrem Leben einen Götzen, die Sonne oder einen Stern oder etwas anderes außer Gott angebetet. Alle Propheten sagten: Es gibt keinen Gott außer Allâh.


Der Wert des islamischen Wissens

Die Intelligentesten und Wachsamsten dieser Welt, sind diejenigen die ihre Zeit im Gehorsam Gott gegenüber verbringen.

Allâh, Der Erhabene, sagt in der Sûrah az-Zumar, Âyah 9:

قُلْ هَلْ يَسْتَوِي الذِينَ يَعْلَمُونَ والذِينَ لا يَعلمُونَ إِنَّما يَتَذَكَّرُ أُولُوا الأَلْبَاب

Die Bedeutung lautet:

{Diejenigen, die sich das islamische Wissen angeeignet haben, haben einen höheren Rang als diejenigen, die sich dieses Wissen nicht angeeignet haben}.

Allâh, Der Erhabene, sagt in der Sûrah al-Mudjâdalah, Âyah 11:

يَرْفَعِ اللهُ الّذِينَ ءامَنُوا مِنْكُمْ وَالَّذِينَ أُوتُوا العِلْمَ دَرَجَاتٍ

Die Bedeutung lautet:

{Allâh erhöht den Rang derjenigen Gläubigen unter euch, die sich das islamische Wissen angeeignet haben}.

Abû Umâmah, möge Gott ihm gnädig sein, überlieferte, dass der Prophet Muhammad, Salla l-Lâhu ^Alayhi Wa Sallam, sagte:

فَضْلُ العَالِمِ على العَابِدِ كَفَضْلِي عَلَى أَدْنَاكُم

Die Bedeutung lautet:

Der Rang eines Muslims, der sich das islamische Wissen angeeignet hat, ist viel höher als der Rang desjenigen, der sich das Wissen nicht angeeignet hat und ohne Wissen die Taten ausführen„.

Imâm at-Tirmidhiyy überlieferte, dass der Prophet Muhammad, Salla l-Lâhu ^Alayhi Wa Sallam, sagte:

إِنَّ اللهَ وملائِكَتَهُ وأهلَ السَّمواتِ والأَرْضِ حَتَّى النَّمْلَةَ في جُحْرِهَا وَحتَّى الحُوتَ لَيُصَلُّونَ (أي يَدْعُونَ بِالْخَيْر) عَلَى مُعَلِّمِي النَّاسِ الخَيْر

Die Bedeutung lautet:

Allâh, Der Erhabene, gibt demjenigen, der den Menschen das islamische Wissen lehrt einen hohen Rang und sogar die Engel und die Bewohner der Himmel und der Erde und auch die Ameise und der Wal machen Bittgebete für diesen Menschen„.

Abû Dawûd und at-Tirmidhiyy überlieferten über Abû ad-Dardâ‘, möge Gott ihm gnädig sein, dass er den Propheten hörte, als er sagte:

مَنْ سَلَكَ طَرِيقًا يَبْتَغِي (يَطْلُبُ) فيهِ عِلْمًا سَهَّلَ اللهُ لهُ طريقًا إلَى الجَنَّةِ وَإِنَّ الملائِكَةَ لَتَضَعُ أَجْنِحَتَهَا لِطَالِبِ العِلْمِ رِضًا بِمَا يَصْنَعُ وَإِنَّ العَالِمَ يَسْتَغْفِرُ لَهُ مَنْ فِي السَّمواتِ وَمَنْ فِي الأَرْضِ حَتَّى الحِيتَانَ فِي الماءِ وَفَضْلُ العَالِمِ علَى العابِدِ كفَضْلِ القَمَرِ علَى سَائِرِ الكَوَاكِبِ وَإِنَّ العُلَمَاءَ وَرَثَةُ الأَنْبِيَاءِ وإِنَّ الأنبياءَ لَمْ يُوَرِّثُوا دِينَارًا وَلا دِرْهِمًا وَإِنَّمَا وَرَّثُوا العِلْمَ فَمَنْ أَخَذَهُ أَخَذَ بِحَظٍّ وَافِرٍ

Die Bedeutung lautet:

Derjenige, der einen Weg einschlägt, um sich das islamische Wissen anzueignen, dem erleichtert Gott den Weg ins Paradies. Auch die Engel machen Bittgebete für denjenigen, der sich das islamische Wissen aneignet aus Wohlgefallen an seinem Tun. Die Bewohner der Himmel und der Erde, sogar die Wale im Meer bitten Gott um Vergebung für den Gelehrten. Die Vorzüglichkeit eines Gelehrten gegenüber einem, der die Taten ohne Aneignung des nötigen Wissens verrichtet, ist wie der Vorzug des Mondes gegenüber den Sternen. Und die Gelehrten erben das Wissen von den Propheten, denn die Propheten vererben weder Dinâr noch Dirham sondern nur das Wissen. Und wer sich dieses Wissen aneignet, dem ist ein großer Teil beschert worden„.

Ibn al-Djawziyy, der zu den großen islamischen Gelehrten gehörte und durch seine Ermahnungen und Anweisungen 100.000 zum Islam gefunden haben, richtete an seinen Sohn einen ermahnenden Brief und schrieb: „Die gänzliche Vorzüglichkeit erreicht man nur durch Lernen und danach zu handeln. Und wenn dies erreicht wird, erhöht es den Rang dieser Person und erweckt in ihm die Liebe zu Allâh und die Ehrfurcht vor Ihm. Und dieses ist das höchste Ziel und man kommt soweit wie man sich angestrengt hat. Und man erreicht nicht jedes Ziel, das man sich vorgenommen hat und man bekommt nicht alles, was man sich wünscht, aber der Mensch sollte nach Gutem streben und jedem wird das zuteil, was Allâh ihm bestimmt hat. Und Gott bitten wir um Unterstützung.“

Liebe Brüder, die intelligenten und wachsamen Menschen haben sich vom Weltlichen abgewandt und sich dem Jenseits hingewandt. Für sie hat das Weltliche keine Bedeutung.

Das gute Verhalten auf der Straße

Lob und Dank gebührt Allâh, Dem über alle Unvollkommenheiten Erhabenen. Wir bitten Gott, dem Propheten Muhammad einen höheren Rang zu geben und die Gemeinschaft des Propheten vor dem zu schützen, was der Prophet Muhammad für sie befürchtete.

Gott befiehlt uns, rechtschaffen zu sein. Die Rechtschaffenheit bedeutet, die Pflichten auszuführen und die Sünden zu unterlassen. Sei dir jederzeit darüber bewusst, dass Gott dich sieht, egal wo du bist.

Wir möchten an dieser Stelle einige Verhaltensformen erwähnen, die man draußen auf der Straße praktizieren sollte. Der Hadîthgelehrte Imâm Ahmad  überliefert über Abû Sa^îd al-Khudriyy mit einer starken Überlieferungskette folgende Aussage des Propheten Muhammad:

 „إياكم والجلوسَ على الطريق، قلنا يا رسول الله ما لنا من مجالسنا بد نتحدث فيها، قال: أما إذا أبيتم فأعطوا الطريق حقه، قلنا وما حقه يا رسول الله ؟ قال: غض البصر وكف الأذى ورد السلام والأمر بالمعروف والنهي عن المنكر“

Der Muslim sollte sich an diesen guten Verhaltensformen auf der Straße, die aus den Lehren des Propheten Muhammad zu entnehmen sind, halten. Dazu gehört:

  • Den Gruß geben mit dem Wortlaut „Assalâmu ^Alaykum“. Beginne den Gruß, wenn du deinen muslimischen Bruder triffst! Denn Gott liebt diese Art von gegenseitiger Begrüßung der Muslime.
  • Gutes zu sprechen. Gib keine unschönen und unanständigen Aussagen von dir! Pflege, Gutes zu sprechen, selbst wenn du auf der Straße bist und sei in deinen Aussagen nicht unverschämt! Der Gesandte Gottes Muhammad sagte:

„دعوا السفاهة لأهلها“                                                                                                                 

Die Bedeutung lautet: „Selbst wenn der Töricht dieses begeht, so sollt ihr dieses unterlassen“!

  • Dem Niesenden, der danach „al-Hamdu lillâh“ (Dank gebührt Allâh) gesagt hat, „Yarhamuka l-lâh“ (Gott habe Erbarmen mit dir) zu sagen. Dieser erwidert dann mit „Yahdîkumu l-lâhu wa Yuslihu Bâlakum“ (Gott möge dich auf dem Richtigen Weg verharren lassen und dich bessern).
  • Dem Hilfsbedürftigen beim Tragen seiner Last zur Hilfe zu stehen.
  • Dem Unterdrückten zu seinem Recht verhelfen.
  • Den Notleidenden beiseite zu stehen.
  • Den Gruß zu erwidern, wenn ein Anderer dir damit angefangen hat. Handelnd nach folgender Âyah aus dem edlen Qur’ân:

{وإذا حييتم بتحية فحيو بأحسن منها أو ردوها}

Die Bedeutung lautet:

{Wenn ihr den Gruß erhalten habt, dann erwidert mit einem besseren oder gleichen Gruß}.

  • Den Umherirrenden den Weg zu zeigen.
  • Das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verneinen. Handelnd nach folgender Âyah aus dem edlen Qur’ân:

{ولتكن منكم أمة يدعون إلى الخير ويأمرون بالمعروف وينهون عن المنكر وأولئك هم المفلحون}

Die Bedeutung lautet:

{Unter euch soll sich eine Gesellschaft bilden, die zum Guten aufruft, das Rechtmäßige gebietet und das Schlechte untersagt}.

Diejenigen, die dazu gehören, sind die Erfolgreichen.  Ebenfalls handelnd nach der Aussage des Propheten Muhammad:

„من رأى منكم منكراً فليغيره بيده فإن لم يستطع فبلسانه فإن لم يستطع فبقلبه وذلك أضعف الإيمان“

Die Bedeutung lautet: „Wer von etwas Schlechtem weiß, soll es mit seiner Hand ändern! Wenn er dazu nicht in der Lage ist, dann mit seiner Zunge! Und wenn er auch dazu nicht in der Lage ist, dann ist das Mindeste, was ihm in dieser Situation als Pflicht auferlegt ist, dieses mit seinem Herzen abzulehnen„.

Das Wichtigste, was man verneinen muss, ist der Unglaube. Möge Gott, uns vor dem Unglauben bewahren! Wenn du jemanden hörst wie er Unglauben begeht, dann zögere nicht, diesen zu ermahnen! Deine Absicht ist, diesen vor dem Unglauben zu retten, um den Befehl Gottes auszuführen und von Gott belohnt zu werden. Man teilt der Person mit, dass sie Unglauben begangen hat und fordert sie dazu auf, durch das Aussprechen des Glaubensbekenntnisses, wieder in den Islam zurückzukehren.

  • Kein Unrecht auszuführen. Diese Eigenschaft gehört zu den vorzüglichen Charaktereigenschaften. Der Gesandte Gottes Muhammad sagte:

„المسلم من سلم المسلمون من لسانه ويده“

 Die Bedeutung lautet: „Der Muslim ist derjenige, von dessen Zunge und Hände die Muslime unversehrt bleiben“.

Das bedeutet, dass der rechtschaffene Muslim derjenige ist, der den Menschen weder mit seinen Aussagen noch mit seinen Händen noch mit etwas anderem Unrecht zufügt.

  • Das Niederschlagen der Augen in Bezug auf das, was Allâh verboten hat. Dieses betrifft sowohl die Blöße der Frauen, als auch andere Dinge.

In Demut bitten wir Allâh, uns diese lobenswerten Eigenschaften zu geben und uns als rechtschaffene Muslime sterben zu lassen. Âmîn

Warnung vor dem Alkohol- und Drogenkonsum

 

 

 

 

 

 

Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit.

Ich erinnere euch an die Âyah 281 der Sûrah al-Baqarah: Allâh, der Erhabene, sagt:

﴿وَاتَّقُوا يَوْمًا تُرْجَعُونَ فِيهِ إِلَى اللهِ ثُمَّ تُوَفَّى كُلُّ نَفْسٍ مَا كَسَبَتْ وَهُمْ لا يُظْلَمُونَ﴾

Die Bedeutung lautet: Am Tag des Jüngsten Gerichts wird Allâh uns für unsere Taten zur Rechenschaft ziehen und keinem wird Unrecht zugefügt werden.

 

Allâh, der Erhabene, sagt im edlen Qur’ân in der Âyah 1 der Sûrah atTalâq:

﴿وَتِلْكَ حُدُودُ اللهِ وَمَنْ يَتَعَدَّ حُدُودَ اللهِ فَقَدْ ظَلَمَ نَفْسَهُ﴾

Die Bedeutung lautet: Dies ist die islamische Gesetzgebung; und wer sie überschreitet, der hat sich selbst Unrecht angetan.

 

Abû Tha^labah al-Khuschaniyy, Djurthûm ibn Nâschir berichtet, dass der Gesandte von Allâh folgendes sagte:

إنَّ اللهَ تعالَى فَرَضَ فرائضَ فَلا تُضَيِّعُوها وَحَدَّ حُدودًا فَلا تَعْتَدُوهَا وَحَرَّمَ أَشياءَ فلا تَنْتَهِكُوهَا

Die Bedeutung lautet: Wahrlich, Gott hat Pflichten auferlegt, so vernachlässigt sie nicht! Er hat Grenzen vorbestimmt, so überschreitet sie nicht! Er hat Dinge verboten, so begeht sie nicht!

 

Dieser Hadîth wurde von dem Hadîth-Gelehrten ad-Dâraqutniyy überliefert.

Liebe Brüder, wer im Jenseits die Unversehrtheit und die hohen Stufen erlangen will, der soll rechtschaffen sein. Denn wahrlich, die Rechtschaffenheit ist der Weg zur Rettung und Glückseligkeit. Der Kluge ist derjenige, der seinem Selbst das Nutzlose verwehrt und ihm die Rechtschaffenheit aufzwingt, ganz besonders in dieser Zeit, in der sich das Schlechte ausgebreitet hat und die Sünden unter den Menschen zugenommen haben.

 

Der Teufel verleitete viele Diener zu Sünden und wendete sie von der Rechtleitung ab, von denen einige große Sünden begingen und einige sogar Unglaube. Gott bewahre uns! Sie lassen die Gedanken über den Tod und das Jenseits unbeachtet und du siehst den einen oder anderen, wie er Sünden begeht und sich weder durch die Toten, die ihm vorausgingen, noch durch das Ergrauen seiner Haare eine Lehre zieht. Wie lange noch die Achtlosigkeit und das Begehen von Sünden! Wohl demjenigen, der das Gute verrichtete und sein Atmen für das einsetzte, was ihm im Jenseits Nutzen einbringen wird.

 

Liebe Brüder! Wir erinnern euch an die Vorbereitung für das Jenseits, denn wahrlich, die Welt geht auf das Ende zu und das Jenseits ist der Ort, der bleiben wird. Wir rufen euch ausdrücklich zur Rechtschaffenheit auf! Die Rechtschaffenheit ist das Verrichten der Pflichten und das Unterlassen der Sünden. Der Diener erlangt nicht die Rechtschaffenheit, solange er Pflichten unterlässt oder Sünden begeht.

 

Es gibt heutzutage viele Menschen, die sich von der Rechtschaffenheit entfernen und sich den Sünden hingeben. Wenn wir den Zustand vieler Menschen aufzeigen würden, was sie an Sünden begehen, dann würde unsere Sitzung nicht dafür ausreichen. In meiner heutigen Ansprache möchte ich jedoch vor drei Angelegenheiten warnen, die sich in der Gesellschaft ausgebreitet haben. Möge Allâh uns bewahren! Diese sind der Alkohol- und Drogenkonsum und das Tätowieren. Allâh verbot jede dieser drei Angelegenheiten und Sein Gesandter warnte davor. Es ist bekannt, was der Alkohol an Schäden verursacht, sowohl für die Gesundheit als auch für die Gesellschaft. Der Alkohol wirkt sich negativ auf den Verstand aus und verursacht auch viele andere Schäden. Gott bewahre! Der Gesandte von Allâh sprach die Wahrheit als er sagte:

لا تَشْرَبِ الخمرَ فَإِنَّهَا مِفْتَاحُ كُلِّ شَرٍّ

Die Bedeutung lautet: Trink keinen Alkohol, denn er ist wahrlich der Schlüssel für alles Schlechte.

 

Dieser Hadîth wurde von Ibn Mâdjah überliefert.

 

Es gab viele Menschen, die sich unter starkem Alkoholeinfluss bekämpften und gegenseitig ihr Blut vergossen. Es gab viele Menschen, die ihre Güter verloren und ihre Zeit mit Glücksspiel und Wetten vergeudeten, weil sie unter Alkoholeinfluss standen. Es gab viele Menschen, die Menschen vergewaltigten, die ihnen sehr nahe standen, und dass, weil sie unter Alkoholeinfluss standen. Zu Bedauern ist, dass viele Jugendliche glauben, dass Alkoholtrinken ein Zeichen des Fortschritts wäre, dabei ist das Zurückgreifen auf alkoholische Getränke, geschweige denn von seinen Schäden auf Körper, Seele, Gesellschaft und Wirtschaft, ein Zeichen psychischer Schwäche. Gott bewahre!

 

Du siehst auch Menschen, die über das Trinken von Alkohol hinaus eine weitere schlechte und abscheuliche Eigenschaft annahmen. Eine Abscheulichkeit, die der Gesandte Gottes Muhammad ebenfalls untersagte. So siehst du manch einen, der mit dem Alkoholtrinken zusammen auch Drogen konsumiert. Es ist wohlbekannt, dass der Drogenkonsum zu Schwäche, Krankheit und Gebrechlichkeit führt und darüber hinaus begeht derjenige, der Drogen konsumiert, Sünden. Diesen Menschen sagen wir: Allâh, der Erhabene, sagt im edlen Qur’ân in der Sûrah al-Mâ’idah, Âyah 91:

 

﴿إِنَّمَا يُرِيدُ الشَّيْطَانُ أَنْ يُوقِعَ بَيْنَكُمُ العَدَاوَةَ وَالبَغْضَاءَ فِي الخَمْرِ وَالمَيْسِرِ وَيَصُدَّكُمْ عَنْ ذِكْرِ اللهِ وَعَنِ الصَّلَاةِ فَهَلْ أَنْتُمْ مُنْتَهُونَ﴾

Die Bedeutung lautet: Durch Alkohol und Glücksspiele versucht der Teufel Feindschaft und Hass zwischen euch zu stiften und euch vom Gebet abzubringen. Haltet euch davon fern.

 

Diese Âyah ist ein deutlicher Beweis dafür, dass das Alkoholtrinken verboten ist.

Der Hadîth-Gelehrte Abû Dâwûd überlieferte, dass der Gesandte Gottes Muhammad all das, was berauscht und sich auf Körper und Augen schädlich auswirkt, untersagte. Im Hadîth des Propheten liegt der Beweis dafür, dass der Konsum von Haschisch, Opium und auch allen anderen Mitteln, die zur Verderbtheit führen, verboten ist. Dieses kann man auch aus der folgenden Âyah entnehmen: Allâh, der Erhabene, sagt im edlen Qur’ân in der Sûrah an-Nisâ‘, Âyah 29:

 

﴿وَلا تَقْتُلُوا أَنْفُسَكُمْ﴾

Die Bedeutung lautet: Und tötet euch nicht!

 

Weiterhin gibt es Menschen, deren Sünden durch das Begehen weiterer Sünden zunehmen. Viele Menschen heutzutage, die Alkohol trinken und Drogen konsumieren, lassen sich auch tätowieren. Die Tätowierung ist verboten und gehört zu den großen Sünden. Bei der Tätowierung wird mit einer Nadel in die Haut gestochen, bis das Blut herauskommt. Dann werden in die Haut Farbstoffe eingebracht. Es gibt in dieser Zeit viele Menschen, die dieses begehen. Diese Menschen sollen schauen, was sie für ihre Gräber vorbereitet haben. Denn wahrlich, für jede dieser drei erwähnten Sünden, verdient derjenige, der sie begeht, die harte Bestrafung Gottes im Grab und im Jenseits, und wie ist es dann erst, wenn alle diese Sünden begangen werden!

 

Liebe Brüder! Jeder von uns soll sich vor den Wegen des Teufels in Acht nehmen. Nehmt den Teufel als Feind und nehmt euch vor seinen Einflüsterungen in Acht! Allâh, der Erhabene, sagt im edlen Qur’ân in der Sûrah al-Baqarah, Âyah 168:

 

﴿وَلا تَتَّبِعُوا خُطُوَاتِ الشَّيْطَانِ إِنَّهُ لَكُمْ عَدُوٌّ مُبِينٌ﴾

Die Bedeutung lautet: Und folgt nicht den Wegen des Teufels, denn wahrlich, er ist euer offenkundiger Feind.

 

Allâh, der Erhabene, sagt im edlen Qur’ân in der Sûrah an-Nisâ‘, Âyah 119:

﴿وَمَنْ يَتَّخِذِ الشَّيْطَانَ وَلِيًّا مِنْ دُونِ اللهِ فَقَدْ خَسِرَ خُسْرَانًا مُبِينًا﴾

Die Bedeutung lautet: Und wer sich den Teufel statt Allâh zum Beschützer nimmt, der hat sicherlich einen offenkundigen Verlust erlitten.

 

Dies dazu und ich bitte Allâh für euch und mich um Vergebung!

Die Warnung vor der Zauberei und Scharlatanerie

 

 

 

 

 

 

 

Allâhu Ta^âlâ sagt:

﴿واتَّقُوا يومًا تُرجعونَ فيهِ إلى اللهِ ثم تُوفَّى كلُّ نفسٍ ما كسبَتْ وهم لا يُظلَمون﴾

Die Bedeutung lautet: Und fürchtet euch vor dem Tag, an dem Allâh euch zur Rechenschaft ziehen wird und an dem jeder Diener Gottes für seine Taten entlohnt und keinem von ihnen Unrecht zugefügt werden wird.

Und wisset, dass Allâhu Ta^âlâ sagt:

﴿قل لا يعلمُ من في السمواتِ والأرضِ الغيبَ إلا الله

Die Bedeutung lautet: Sage (o Muhammad), nichts und niemand außer Allâh weiß das gesamte Verborgene.

Brüder im Islam, zu den Angelegenheiten, die Allâh nur für Sich bestätigte und keinem Seiner Geschöpfe zuteilwerden ließ, gehört das Wissen über das Verborgene, sodass niemand außer Allâh das gesamte Verborgene weiß. Die Propheten und Engel wissen nur das, was Allâh sie wissen ließ und sie haben keine Kenntnis über das gesamte Verborgene, sondern nur über einiges des Verborgenen, was Allâh für sie vorherbestimmte zu wissen. Brüder im Islam, daher ist es Pflicht, vor denjenigen zu warnen, die behaupten, die Zukunft voraussagen zu können und behaupten, dass ihnen das Verborgene, das noch eintreten wird, offenbart werden würde. Einige von ihnen machen den Menschen vor, religiös zu sein und dass sie deswegen Wissen über das Verborgene hätten. Wisset aber, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

„مَنْ أَتَى كَاهنًا أَوْ عَرافاً فَصَدَّقَهُ بِمَا يَقُولُ فَقَدْ كَفَرَ بِمَا أُنْزِلَ عَلَى مُحَمَّدٍ

Die Bedeutung lautet: Wer sich zu einem (sogenannten) Wahrsager begibt, ihn nach etwas fragt und ihm in seiner Behauptung, das gesamte Verborgene zu kennen, glaubt, so ist er der Botschaft des Propheten Muhammad gegenüber ungläubig geworden.

Dies bedeutet: Wer glaubt, dass der sogenannte Wahrsager das Verborgene kennt, begeht Unglauben. Wer aber glaubt, dass es sein könnte, dass seine sogenannte Vorhersagung zutreffen könnte oder auch nicht, begeht keinen Unglauben, jedoch eine Sünde, indem er ihn fragt.

Der Kâhin unter den sogenannten Wahrsagern behauptet, die zukünftigen Ereignisse vorhersagen zu können und stützt sich dabei auf die Sterneberechnung oder wird dabei von den Djinn unterstützt, oder schaut in den Kaffeesatz, oder stützt sich dabei auf das sogenannte Buch “Qar^atu l-´Anbiyâ´“ oder das Buch von Abû Ma^schar al-Falakiyy, der behauptete, dass die Ereignisse aller Menschen von den zwölf Sternzeichen abhängig wären. Einige von ihnen benutzen dabei Sand, Steinchen oder Getreide. Der ^Arrâf unter den sogenannten Wahrsagern behauptet, über das Vergangene zu berichten, wie über Diebstähle und Ähnliches.

Die Gefahr dieser Menschen ist groß, sie führen viele Menschen in die großen Sünden. Einige der sogenannten Wahrsager werden von einigen Menschen „Rûhâniyyûn“ genannt und stützen sich auf deren Behauptungen, weil sie glauben, dass sie eine Verbindung zu den Engeln hätten, obwohl sie sich in Wahrheit auf die großsündigen Djinn, sowohl ungläubige Djinn also auch andere, stützen. Einige von ihnen nehmen einen ungezählten Teil der Gebetskette und zählen diese mit den Wortlauten „tun“ und „nicht tun“ ab, und wenn er beim Wortlaut „tun“ endet, dann sagt er „diese Angelegenheit wird Erfolg haben“ und wenn er beim Wortlaut „nicht tun“ endet, dann sagt er „diese Angelegenheit wird keinen Erfolg haben“. Einige von ihnen sagen dabei die Wortlaute „Allâh“, „Muhammad“, „^Aliyy“ und „Abû Djahl“ auf und wenn sie beim Wortlaut „Allâh“, „Muhammad“ oder „^Aliyy“ enden, dann sagen sie „die Angelegenheit wird Erfolg haben“ und wenn sie beim Wortlaut „Abû Djahl“ enden, dann sagen sie „diese Angelegenheit wird keinen Erfolg haben“. Diese Methode wenden sie an für ihre Reisen, ihren Handel und andere Angelegenheiten wie die Ehe. Dies alles hat die Gesetzgebung der Azlâm, den Allâh im edlen Qur´ân verbot. Allâhu Ta^âlâ sagt:

﴿حُرِّمَت عليكم الميتةُ والدمُ﴾ إلى قوله ﴿وأن تَسْتَقْسِموا بالأَزْلامِ

Die Bedeutung lautet: Verboten für euch ist die verbotene Tierleiche, das Blut – in derselben Âyah folgt – und al-´Azlâm.

Al-´Azlâm sind Pfeile: Auf einen Teil der Pfeile schrieben sie „Allâh hat mir befohlen“, auf den zweiten Teil schrieben sie „Allâh hat mir verboten“. Auf den dritten Teil schrieben sie nichts, sodass sie diese Angelegenheit so oft durchführten, bis das Ergebnis eines der beiden ersten Behauptungen war. Dies ist verboten und eine Abweichung; und wie oft hören wir über Menschen, die, wenn sie verreisen, Handel betreiben oder heiraten wollen, solche sündige Menschen aufsuchen.

Diese Menschen täuschen die anderen, indem sie sagen, sie führten die Menschen zusammen und trieben sie nicht auseinander und machten keinen Zauber, trotzdem sind ihre Handlungen verboten und nicht erlaubt, liebe Brüder im Islam.

Einige von ihnen schreiben oder lesen Âyât aus dem edlen Qur´ân, um die Menschen zu täuschen, so seid vor ihnen gewarnt und seid vor den bereits erwähnten Büchern gewarnt, deren Namen ich wiederhole, damit ihr vor diesen gewarnt seid und diese Bücher beseitigt, wenn ihr könnt. Ein Buch wird genannt „Qar^atu l-´Anbiyâ´“, in dem sich eine Auflistung von Namen einiger Propheten befindet. Darin wird behauptet: „Wer sein Schicksal erfahren will, schließt die Augen nach dem Lesen der Sûrah al-Fâtihah (dies ist eine Täuschung), legt seinen Finger auf die Auflistung und sagt dann: dein Schicksal ist so und so.“

Das zweite Buch ist das von Abû Ma^schar al-Falakiyy. Darin sagt er zum Menschen, nachdem er seinen Namen und den Namen seiner Mutter berechnet: Dein Sternzeichen ist jenes und dies ist für jenes nützlich.

Das dritte Buch wird „Schams al-Ma^ârif al-Kubrâ“ genannt. Dieses Buch beinhaltet Unglauben – Sonnenanbetung, Mondanbetung, Marsanbetung – und viele Menschen werden wahnsinnig durch dieses Buch. Darin sagt er: „Wenn du im Alleinsein in jener Anzahl jenes aufsagst, dann erscheint dir ein Rûhâniyy und dieser sagt zu dir: Du wirst großes Ansehen und viel Vermögen erlangen.“

Ich warne euch auch vor den sogenannten Wahrsagern, die von einigen Menschen „Rûhâniyyûn“ genannt werden, weil einige Menschen über sie glauben, dass sie eine Verbindung zu den Engeln hätten, in Wahrheit sich aber auf die Unterstützung der großsündigen Djinn – nicht gläubige und andere Djinn – stützen.

Es geschah, dass eine junge Frau, deren Ehemann verstorben war, zu solch einem Menschen ging. Sie sagte: „Er brachte die Seele meines Ehemannes herbei und später kam sie im Abbild meines Ehemannes zu mir nach Hause.“

Diener Gottes, niemand kann die Seele des Menschen, wohin er will, bringen – gleich, ob sie die Seele eines Gottesfürchtigen oder Großsündigen ist. Die Seelen der Gottesfürchtigen lieben es, nicht zur Welt zurückzukehren, auch nicht, wenn sie dann die gesamte Welt und das, was sich darin befindet, besitzen würden. Die Seelen der nicht gläubigen Personen unterliegen den Engeln der Bestrafung, sodass diese Betrüger, die sich Wahrsager nennen, nicht in der Lage sind, die Seelen der Nichtgläubigen von den Engeln der Bestrafung fort zu bringen. Was sie stattdessen herbeiführen, sind Djinn, die über die Person Bescheid wissen.

Bruder im Islam, wenn du dich an die islamischen Gesetze halten und eine Angelegenheit beginnen willst, dann handle so, wie der Gesandte Gottes ﷺ uns beibrachte, indem du, bevor du dich in diese Angelegenheit begibst, zwei Gebetseinheiten verrichtest, danach das „al-Istikhârah-Bittgebet“ aufsagst und dann diese Angelgenheit angehst. Und wenn du dich vor dem Schaden der Djinn und der Zauberei schützen willst, dann halte dich an das Lesen der Sûrah al-Falaq und der Sûrah an-Nâs morgens und abends, jedoch mit richtiger Aussprache.

Dies dazu und ich bitte Allâh für mich und euch um Vergebung.

20 Ratschläge und Verhaltensweisen beim Lehren & Lernen des islamischen Wissens

  • Unterrichte die Klasse mit Aufrichtigkeit um die Belohnung von Allâh zu erhalten.
  • Wenn du zweifelst, ob es erlaubt ist, einen bestimmten Wortlaut zu benutzen oder nicht, so benutze ihn nicht. Bleib immer auf der sicheren Seite, damit du nicht zu den Verlierern gehörst.
  • Halte die Amânah ein, indem du ihre Kriterien erfüllst.
  • Beachte und setze um was ^Abdu l-Lâh Ibnu ^Umar Ibnu l-Khattâb sagte:  

العلم ثلاثة كتاب ناطق وسنة ماضية و لا أدري

[Al-^Ilmu Thalâthatah. Kitâbun Nâtiq,  Wa Sunnatun Mâdiyah, Wa Lâ ´Adrî]

Die Bedeutung lautet:

„Das Wissen ist dreierlei: Die Âyah aus dem Qur´ân, die belegte Aussage und ich weiß es nicht“.

  • Wenn du die Antwort nicht weißt, so sage „Ich weiß es nicht, frag jemanden anderen.“ Wenn du die Antwort hast, gebe sie so wieder wie du gelernt hast.
  • Befolge das was Imâm ^Aliyy sagte:

وا بردها على كبدي أن أقول فيما لا أدري لا أدري

Die Bedeutung lautet:

Es ist für mein Herz einfach, dass ich über das, worüber ich kein Wissen habe, ‚Ich weiß es nicht‘ sage.“

  • Beabsichtige, die Menschen für den Gehorsam gegenüber Allâh zu versammeln und nicht wegen dir selbst.
  • Derjenige, dem eine Frage gestellt wird, soll sicher gehen, dass er diese auch verstanden hat, bevor er die entsprechende Antwort gibt.
  • Derjenige der eine Frage stellt, sollte sicher gehen, seine Frage präzise vor demjenigen zu stellen, den er fragt.
  • Halte dich an das was ^Abdu l-Lâh Ibnu ^Abbâs sagte:

أفهموني ما تقولون وافهموا عني ما أقول لا تقوموا من عندي و تقولوا قال ابن عباس قال ابن عباس

[Afhimûnî Mâ Taqûlûn, Wa f-hamû ^Annî Mâ ´Aqûl. Lâ Taqumû Min ^Indî Wa Taqûlu, Qâla Ibn ^Abbâs Qâla Ibn ^Abbâs]

Die Bedeutung lautet:

„Lasst mich verstehen, was ihr fragt und versteht was ich antworte, denn ihr sollt meine Sitzung nicht verlassen und sagen Ibn ^Abbâs sagte, Ibn ^Abbâs sagte“.

  • Halte dich an den Ratschlag, den die Gelehrten vor uns erwähnten:

زَيْنُ العِلْمِ الحلمُ

Zaynu l-^Ilmi l-Hilm

Die Bedeutung lautet: „Der Schmuck des Wissens ist die Sanftmut“.

  • Der Lehrer sollte Geduld zeigen, sodass der Schüler dadurch profitiert. Und der Schüler sollte Geduld zeigen, sodass er Fehler minimiert.
  • Der Lehrer sollte sich auf das wesentliche Thema des Unterrichtes beschränken, ohne davon abzuweichen oder weit ausschweifende Erklärungen zu benutzen. Dieses verleitet ihn, Fehler zu begehen und führt dazu, dass dem Schüler das eigentliche Thema entgeht.
  • Man sollte die Erklärung eines Buches mindestens 3 Mal überliefert bekommen haben.
  • Der Lehrer sollte das Lernniveau seiner Schüler berücksichtigen und Überblick über die Anwesenden haben, ob eventuell Neue anwesend ist.
  • Gehöre zu denjenigen, die Imâm al-Bukhâriyy als ربانيون  [Rabbâniyûn] bezeichnete. Dieses sind die Awliyâ´, die gleichzeitig Gelehrte sind.
  • Der Lehrer sollte in einer weisen Art zu seinen Schülern sprechen, indem er geeignete Wörter und Erklärungen benutzt, damit sie ihn verstehen. Denn das Ziel des Lehrens ist es, dass der Schüler den Unterricht versteht.
  • Befolge was Imâm ^Aliyy sagte (überliefert von Al-Bukhâriyy):

حدثوا الناس بما يفهمون أتحبون أن يكذب الله ورسوله

[Haddithu n-Nâsa Bimâ Yafhamûn. ´Atuhibbûna ´An Yukadhdhaba l-Lâhu Wa Rasûluhu]

Die Bedeutung lautet:

„Spricht zu den Menschen so, dass sie die Worte verstehen, oder wollt ihr, dass über Allâh und Seinen Gesandten gelogen wird?“

  • Erwähne keine Angelegenheiten und Themen, dessen Wissensstufe sie noch nicht erreichten. Denn dieses bewahrt die Anwesenden vor Missverständnissen, Verwirrung und Unordnung.
  • Erinnere dich an das, was Allâh, der Erhabene, im edlen Qur´ân in der Sûrah Qâf sagt:

{  مَا يَلْفِظُ مِن قَوْلٍ إِلاَّ لَدَيْهِ رَقِيبٌ عَتِيدٌ}

[Mâ Yalfidhu Min Qawlin ´Illâ Ladayhi Raqîbun ^Atîd]

Die Bedeutung lautet:

{Alles was man sagt, wird von den beiden Engeln Raqîb und ^Atîd aufgeschrieben}.

So halte dir vor Augen, dass man verantwortlich ist für das, was man spricht.